Was ist eine narrative Perspektive?

Die narrative Perspektive bezieht sich auf eine Reihe von Merkmalen, die bestimmen, wie eine Geschichte erzählt wird und was erzählt wird. Es umfasst die Person, die die Geschichte erzählt, oder den Erzähler, sowie die Figur, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, oder den Fokussierer. Diese Faktoren, kombiniert mit der begrenzten oder allwissenden Perspektive eines Erzählers, seiner Zuverlässigkeit und emotionalen Beteiligung, bilden die Erzählperspektive.

Externer Erzähler und Fokussierer

Ein externer Erzähler und Fokussierer bedeutet, dass weder die Person, die die Geschichte beschreibt, noch die Figur, deren Standpunkt wir lesen oder hören, Teil der Geschichte selbst sind. Sie sind Beobachter, die die Geschichte in keiner Weise beeinflussen können, wie Historiker, die ein vergangenes Ereignis beschreiben. In dieser narrativen Perspektive ist der Erzähler emotional distanziert, zuverlässig (da er bereits die Emotionen der Charaktere oder die Ereignisse der Geschichte kennt) und allwissend (sich Fakten bewusst, die über das Wissen der Charaktere hinausgehen). Diese Erzählperspektive verwendet immer die dritte Person.

Externer Erzähler und interner Fokussierer

In dieser Erzählperspektive ist der Erzähler extern, aber der Fokussierer ist Teil der Geschichte. Der Erzähler bezieht sich auf den Fokussierer in der dritten Person („John sah den Mann im blauen Hemd“), beschreibt aber nur Erfahrungen und Handlungen des Charakters. Es ist wie die persönlichen Erinnerungen des Charakters in der dritten Person. Der Erzähler ist weiterhin emotional distanziert und zuverlässig, aber seine Perspektive hat sich auf das beschränkt, was der Charakter (John, bei dieser Gelegenheit) weiß.

Interner Erzähler und Fokussierer

Wenn sowohl der Erzähler als auch der Fokussierer intern sind, wird die Geschichte zu einer persönlichen Erinnerung an Ereignisse und Emotionen. Die erste Person wird häufig in dieser Erzählperspektive verwendet und gibt dem Publikum die Geschichte durch die Augen des Protagonisten. Der Erzähler in diesem Fall (der auch der Held ist) ist emotional in die Geschichte involviert, unzuverlässig (da er nicht alle Fakten kennen kann, die ein externer Erzähler kann) und mit einer begrenzten Perspektive.

Zweite Person

Eine seltene Sichtweise, die Erzähler verwenden, ist die zweite Person. Es ist eine Variation der internen Erzähler- und Fokussiererperspektive, nur diesmal verwendet der Erzähler oder Fokussierer nicht die erste Person, sondern die zweite Person, als würde er mit sich selbst sprechen. Zum Beispiel kann ein Erzähler sagen: „Du bist aufgewacht und hast dich schwindelig gefühlt. Du hast etwas Wasser getrunken und die Zeitung gelesen, bevor du merkst, dass du im Haus eines Fremden bist.“ Der Erzähler bleibt emotional involviert, während seine Perspektive immer noch auf das Bewusstsein des Charakters beschränkt ist.

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