FAO.org

Februar 2010

Das Erdbeben in Haiti, eines der tödlichsten der Neuzeit, verursachte eine dramatische humanitäre Krise und führte zu einer Million Obdachlosen in Port-au-Prince und mindestens 500 000 Menschen, die aus der Hauptstadt in die Provinzen flohen. Es hat auch die Ernährungssicherheit landesweit ernsthaft beeinträchtigt und eine Hungerkrise droht. Bevölkerungen, die bereits nicht genug zu essen bekommen haben, teilen jetzt ihre Familienkörbe mit Verwandten, die aus der Erdbebenzone geflohen sind.

Schäden an der Infrastruktur der Lieferkette haben Lebensmittel viel teurer gemacht. Die Preise für Weizenblüten, Sorghum, importierten Reis und Bohnen, die Hauptproteinquelle für die Armen, sind alle in die Höhe geschossen.

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Teil der Lösung der Haiti-Krise, da sie durch Bargeld für die Arbeit Nahrungsmittelselbstständigkeit, Beschäftigung und ein produktives Sicherheitsnetz bieten kann. Die unmittelbare Priorität der FAO besteht darin, die heimische Nahrungsmittelproduktion aufrechtzuerhalten und zu steigern, indem arme Landwirte für die Pflanzsaison im März unterstützt werden, auf die 60 Prozent der nationalen Nahrungsmittelproduktion entfallen.

Die FAO bat im Rahmen des ersten Blitzaufrufs für das Erdbeben in Haiti um 23 Millionen US-Dollar, um die nationale Nahrungsmittelproduktion aufrechtzuerhalten und gefährdete Landwirte und arme Familien zu unterstützen, die von der Katastrophe betroffen sind. Die FAO ist zutiefst besorgt darüber, dass bisher nur 8 Prozent (1,7 Mio. USD aus Belgien, Brasilien, CERF und FAO) der Anforderungen im Rahmen dieses Aufrufs eingegangen sind, während der Bedarf bereits auf 50 Mio. USD korrigiert wird.

Die Landwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle bei der Lösung der Haiti-Krise. Es kann Nahrungsmittelselbstständigkeit sowie produktive Sicherheitsnetze durch Cash-for-Work bieten und Arbeitsplätze schaffen. Die FAO fördert einen volkszentrierten Ansatz für den Wiederaufbau Haitis. Es ist wichtig, Kapazitäten sowohl auf nationaler institutioneller als auch auf lokaler Organisationsebene aufzubauen.Mittel- und längerfristig müssen substanzielle Investitionen in die Landwirtschaft und die Unterstützung armer Bauern, der Treiber und Nutznießer der ländlichen Entwicklung, eine wichtige Rolle spielen, wenn eine dauerhafte nationale Erholung in Haiti erreicht werden soll. Internationale Investitionen in das Management natürlicher Ressourcen, die Erhaltung der Süßwasserversorgung und die Wiederaufforstung der entblößten Hügel des Landes sind ebenfalls von entscheidender Bedeutung, um die Widerstandsfähigkeit Haitis gegen zukünftige Naturkatastrophen zu erhöhen.

Die haitianische Landwirtschaft erlebte vor der Katastrophe eine Renaissance und zeigt, dass eine Erholung möglich ist. Die Erdbeben dürfen diesen positiven Trend nicht umkehren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.