Die Rolle der Verteilungsbreite roter Blutkörperchen (RDW) bei der kardiovaskulären Risikobewertung: nützlich oder Hype?

Die Verteilungsbreite der roten Blutkörperchen (RDW) spiegelt die Größenverteilung der Erythrozyten wider und stellt somit einen zuverlässigen Index der Anisozytose dar, der häufig für die Differentialdiagnose von Mikro- und Normozytenanämien verwendet wird. Zusammen mit der großen Verwendung in der diagnostischen Hämatologie wurde RDW in den letzten Jahrzehnten mit dem Vorhandensein und den Komplikationen einer Vielzahl von menschlichen Pathologien in Verbindung gebracht, einschließlich kardiovaskulärer (CV) Erkrankungen. Dieser Artikel soll daher einen Überblick über wichtige Studien und systematische Übersichten mit Metaanalyse geben, in denen RDW mit CV-Ereignissen und Mortalität in Verbindung gebracht wurde, um festzustellen, ob genügend Beweise vorliegen, um seine routinemäßige Verwendung in der klinischen Praxis zu unterstützen. Nach den verfügbaren Daten scheint es vernünftig zu sein, dass, obwohl die diagnostische Spezifität gering ist und diese Maßnahme immer noch von einem Mangel an Standardisierung geplagt wird, RDW als Index für eine erhöhte Fragilität des Patienten und eine höhere Anfälligkeit für unerwünschte Ergebnisse angesehen werden kann. Abnormale RDW-Werte sollen daher die Ärzte dazu veranlassen, die diagnostischen Überlegungen über Anämien, insbesondere solche aufgrund von Mangelernährung oder Malabsorption, zu erweitern, einschließlich einer umfassenden Bewertung traditioneller und nicht traditioneller CV-Risikofaktoren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.